Sehr gut!

Das ist schonmal eine hervorragende Grundlage!
Dann müssen wir jetzt nur noch schauen, wie du das anstellst, richtig?
Zu erst einmal möchte ich, dass du dir klar machst, was für ein wichtiger Schritt das gerade war, dass du auf "Ich will leben!" geklickt hast! Du hast gerade eine sehr wichtige und grundlegende Entscheidung für dich getroffen! 
Auch ich habe 2022 diese Entscheidung getroffen - aber beinahe zu spät. Ich hatte Glück im Unglück. Nur deshalb kann ich dir jetzt diese Zeilen schreiben. Wenn man einmal zu weit gegangen ist, gibt es irgendwann einen Punkt, an dem man nicht mehr umkehren kann. 
Du kannst es noch. Und du musst nicht erst bis an die Grenze gehen, denn dort gibt es nichts. 
Auf jeden Fall nichts für ein gutes Leben.
Jetzt schauen wir, was wir gemeinsam tun können, damit du zurück in ein gesundes Gleichgewicht kommst und Schritt für Schritt wieder Freude im Leben empfinden kannst. 

Ich bitte dich hierzu, dir noch einmal intensiv die verlinkten Seiten von der Startseite „Mein Lebensraum“ anzuschauen und dir etwas aufzuschreiben. 
Egal, ob eine To-Do-Liste, ein Mindmap, wilde Notizen oder Informationen nach Wichtigkeit sortiert. Schreibe erstmal Dinge auf, die dir in den Sinn kommen. 
Willst du erstmal jemanden von deinen Problemen erzählen? 
Willst du dir einen Therapeuten suchen oder einen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik planen? 
Willst du erstmal deine Ruhe und fährst weg? Kündigst/wechselst du deinen Job? Willst du Austausch mit anderen? 
Willst du etwas neues ausprobieren? Was willst du genau jetzt? 
Denn wichtig zu wissen ist, dass du nicht alles auf einmal machen kannst und dass man inmitten einer Depression auch manchmal trügerischen Tatendrang verspürt (vor allem bei rezidivierender Depression) und dazu neigt, sich schnell zu überlasten. 
Befasse dich auf jeden Fall mal mit dem Thema Achtsamkeit und achte auf deinen Körper. 
Wichtig ist, dass du in Zukunft sowohl körperlich als auch mental eine gute Verbindung zu dir entwickelst, damit du rechtzeitig Zustände von Überlastung, Erschöpfung und Negativspiralen unterbinden kannst. Erinnere dich daran, dass Heilung ein Prozess ist. 
Es ist ein Weg. Ein AUSWEG. 
Und ich weiß, das klingt jetzt altklug aber es ist wirklich so: der Weg ist das Ziel. 
Jeder Tag ist ein Geschenk, jede neue Herausforderung eine Chance, zu wachsen, jede Angst eine Gelegenheit, sie zu überwinden. Das Leben ist eine Reise, eine Erfahrung. 
Du musst keine Meilensteine erreichen, keine Erwartungen erfüllen, du musst lediglich ein Leben leben, das sich für dich stimmig anfühlt - natürlich ohne andere und dich selbst zu verletzen. 
Erinnere dich daran, wie wertvoll du bist. 
Dass es einen Grund gibt, weshalb du genau jetzt, genau hier bist und dass dir das Leben etwas damit zeigen will. Das Leben ist nicht immer fair aber es ist auch nicht gegen dich. 
Es ist eben das Leben. 
Manchmal schwer, manchmal unerträglich, manchmal wunderschön, manchmal langweilig. 
Das Leben ist dazu da, um es zu erleben und zu gestalten. Oft haben wir während wir Suizidgedanken haben, das Gefühl von Machtlosigkeit und unser Denken ist eingeschränkt. 
Wir haben eine Art Tunnelblick. 
Wir sind inhaftiert in unserem eigenen Gefängnis, das wir um uns herum gebaut haben - ob nun bewusst oder unbewusst. 
Wir sind gleichzeitig Häftling und Wärter. 
Wir sitzen in der Zelle, wir besitzen aber auch als einzige die Schlüssel. 
Niemand kann dich befreien. 
Nur du selbst.